Experimentieren im Homeschooling

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die Chemieübung ins Homeschooling verlegt

von Sabine Singer (Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium Nabburg)

Experimentelle Hausaufgaben stellen in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie und Chemie schon lange eine Möglichkeit dar, den Forschergeist bei den Schülern zu wecken. Das funktioniert natürlich besonders gut mit Themen, die sehr nah am Alltag liegen bzw. mit Versuchen, die mit haushaltüblichen Chemikalien durchgeführt werden können.

Im klassischen Präsenzunterricht kennt jeder diese Methode. Für den derzeit stattfindenden Distanzunterricht gewinnt aber meiner Meinung nach, diese Möglichkeit enorm, denn jede/r Schüler/in kann die eigenen Dokumentationen hochladen und die ganze Klasse kann über die Ergebnisse diskutieren. Die Lehrkraft kann als Vorbereitung dazu die Dateien für die Schüler schon mal zur Sichtung freigeben. Dabei kann unter Umständen auch der Urheber im Verborgenen bleiben, so dass eine neutrale Besprechung möglich ist, und alle überlegen können, wo eine Verbesserung nötig wäre. Der Aufwand ist dabei überschaubar. Für die Lehrkraft stellt sich die Möglichkeit, gute und sehr gute Fotos, Videos und Protokolle in Parallelklassen bzw. kommenden Jahrgängen wiederzuverwenden.

Einen Nachteil hat diese Art der Hausaufgabenstellung natürlich: man kann nicht zweifelsfrei feststellen, ob nicht noch andere Personen aus dem Schülerhaushalt daran beteiligt waren. Aber ich denke, dass die Vorteile hier überwiegen.

Die unten angeführten Beispiele sind aus den letzten Wochen meines Unterrichtes entnommen und stammen aus einer 9. Klasse, Chemie (NTG) zu den Themen „Rotkohlsaft als Säure-Base-Indikator“ (Beispiel 1), „Oberflächenspannung von Wasser“ (Beispiel 2) und aus einer 10. Klasse, Chemie (NTG) zum Thema „Organische Säuren: Reaktion von Essigsäure mit Kalk; dabei Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit von der Stoffmengenkonzentration“ (Beispiel 3).

Beispiel 1:

Beispiel 2:

Beispiel 3:

Versuch: Unterscheidung von Haushaltsessig und Essigessenz: Reaktion mit Kalk (Eierschale)

Hinweis:

Tragen einer Schutzbrille (Schwimmbrille etc.)

Material:

zwei Glasgefäße gleicher Größe (z. B. Marmeladengläser), Uhr mit Stopp-Funktion, zwei etwa gleich große Stückchen Kalkstein (oder Eierschale), Essigessenz (Vorsicht, stark ätzend), verdünnte Essigsäure (Haushaltsessig)

Durchführung:

1. Befüllen eines Marmeladenglases mit etwa 2 cm Essigessenz, das andere mit etwa 2 cm verdünnter Essigsäure.

Essigessenz (24,9%):

verdünnte Essigsäure (1:1):

2. gleichzeitiges Einwerfen einer Eierschale in die jeweilige Lösung

Beobachtung:

Fazit:

Essigsäure reagiert als eine Säure und zersetzt Kalk: je höher die Stoffmengenkonzentration, desto schneller läuft die Reaktion ab.

Es wurden auch sehr viele Videos erstellt.

OStRin S. Singer

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