KI-Schock für Adobe – Entwickler baut mit Vibe Coding die gesamte Adobe-Suite nach

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Das Open-Source-Projekt ArtCraft entwickelte mithilfe künstlicher Intelligenz und Vibe Coding Alternativen zu den Anwendungen der Adobe Creative Suite. Sieben Programme aus der Adobe-Suite wurden nachgebaut:

Adobe-OriginalArtCraft-NachbauEinsatzbereich
PhotoshopPhotoCraftBildbearbeitung, Ebenen, Masken
IllustratorVectorCraftVektorgrafiken und Illustrationen
Premiere ProFilmCraftVideoschnitt und Videobearbeitung
After EffectsEffectCraftAnimationen und visuelle Effekte
LightroomLightCraftFotoverwaltung und RAW-Bearbeitung
InDesignDesignCraftSeitenlayout und Publikationen
Acrobat ProPdfCraftPDF-Bearbeitung und Dokumentenverwaltung

Rechtlich betrachtet befindet sich das Projekt ArtCraft noch in einer Grauzone. Bei der Softwareentwicklung gilt das Prinzip des urheberrechtlich geschützten Programmcodes. Wer einen Code erzeugt, ist dessen Urheber und verfügt auch über die Rechte der Nutzung. ArtCraft hat aber nicht den Code kopiert, sondern die Funktionen der Programme analysiert und daraus neuen Code erstellen lassen und ist somit aus dieser Sichtweise betrachtet juristisch unanfechtbar. Der Grundfunktionsumfang einer Software hingegen spielt für das Urheberrecht keine Rolle. Er ist nicht rechtlich schützbar. Dies erklärt z. B. auch die Koexistenz einer Microsoft Office neben einer OnlyOffice oder der Bildbearbeitungssoftware Photoshop neben der Open-source Alternative Gimp.
Jedoch überspringt Artcraft durch dieses Vorgehen einen jahre-oder jahrzehntelangen Prozess der Programmweiterentwicklung und bedient sich an einem ausgereiften Programm. Nutzerführung, Oberfläche und Design werden von der KI analysiert und die Anwendungen wurden mithilfe von KI nachgebildet und anschließend in die Programmiersprache Rust übertragen.

Es ist aber zu prüfen, ob Artcraft auch weiterführende Funktionen der Programme von Adobe ebenfalls kopiert und in die Programme eingebaut hat. Diese tiefgreifenden Funktionen können durch Patente geschützt werden. Im Fall Adobe könnten dies z. B. das Videokompressionspatent für den Export von H.264 und H.265 sein. Adobe hält insgesamt knapp unter 7000 Programmier- und Softwarepatente, die in verschiedenen Adobe-Programmen Anwendung finden.

Solange Artcraft seine Programme und Angebote nicht datenschutzrechtlich und patentrechtlich hat prüfen und zertifizieren lassen, besteht die Gefahr, dass geschützte Teile eines Adobe-Programms gevibecoded wurden. Dies wäre ein klarer juristischer Verstoß.

Mögliche Auswirkungen auf die Softwareentwicklung

ArtCraft veranschaulicht, wie Vibe Coding den Entwicklungsaufwand für komplexe Software reduzieren könnte. Dadurch könnten kleinere Entwicklerteams und Einzelpersonen künftig Projekte umsetzen, für die bislang umfangreiche personelle und finanzielle Ressourcen erforderlich waren. Dies könnte insbesondere Open-Source-Projekte begünstigen und den Wettbewerb auf dem Softwaremarkt verstärken.

Gleichzeitig könnte sich das Tätigkeitsprofil von Softwareentwicklern verändern. Während die manuelle Erstellung von Programmcode teilweise durch KI übernommen wird, gewinnen die Formulierung präziser Anforderungen, die Softwarearchitektur sowie die Überprüfung und Qualitätssicherung generierter Anwendungen an Bedeutung.

Vibe Coding könnte somit sowohl die technischen Abläufe als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Softwareentwicklung verändern. In welchem Umfang sich diese Entwicklung langfristig durchsetzt, hängt insbesondere von der Qualität, Wartbarkeit und Sicherheit KI-generierter Software ab.

Weiterführender Link: ArtCraft – Open-Source-Projekt auf GitHub

(Bildquelle: KI-generiert)

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